Der Angriff stieß auf schnelle Reaktion. Die deutschen
Strafverfolgungsbehörden führten eine massive Fahndung durch und nahmen Balliet nach einer kurzen Verfolgungsjagd schließlich gefangen. Obwohl die Gemeinde durch seine Gefangennahme vorübergehend erleichtert wurde, hinterließ das Ereignis tiefe Wunden. Solche Angriffe überlassen es den Überlebenden, ihren Familien und der größeren jüdischen Gemeinde, sich mit den Qualen und dem Terror auseinanderzusetzen, die sie verursachen.
Der Anschlag von Halle erinnerte ernüchternd an die anhaltende Gefahr, die der rechtsextreme und antisemitische Extremismus für die heutige Gesellschaft darstellt. Diese Episode brachte Sicherheitsmängel und die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Überwachung ans Licht, selbst in Deutschland, das strenge Gesetze gegen Hassreden hat und sich intensiv für die Bekämpfung des Extremismus einsetzt. Die verstärkten Türen der Synagoge waren eine unkomplizierte, aber wirkungsvolle Vorsichtsmaßnahme, die viele Leben rettete und eine größere Diskussion über die Sicherheit von Minderheiten und religiösen Bevölkerungsgruppen auslöste.
Anschließend wurden Forderungen nach einer stärkeren Sicherung von Synagogen und anderen gefährdeten Standorten in ganz Europa, nicht nur in Deutschland, laut. Eine stärkere Zusammenarbeit zwischen jüdischen Gemeinden und Strafverfolgungsbehörden resultierte aus der Veranlassung des Angriffs zu einer Bewertung der Sicherheitsmaßnahmen. Die Bundesregierung versprach außerdem, ihre Bemühungen gegen Hassverbrechen zu verstärken und sowohl die Präventionsmaßnahmen als auch die Reaktionen auf solche Drohungen zu verbessern.
Der Anschlag auf die Synagoge Halle löste auch eine allgemeinere Diskussion über die Ursachen des Extremismus aus. Stephan Balliet wurde wie so viele andere nicht im luftleeren Raum radikalisiert. Sie wurde von gewalttätigen und hasserfüllten Internetgruppen gezüchtet, die den Menschen ein Forum zum Austausch radikaler Ideen und Strategien boten. Überall stehen Behörden vor einer großen Herausforderung, da sich solches Material online leicht verbreiten lässt.