Profil und Biografie

Bundeskanzlerin Angela Merkel ernannte Guttenberg 2009 zum Bundesverteidigungsminister. Mit nur 37 Jahren war er einer der jüngsten Verteidigungsminister in der deutschen Geschichte. Für die CSU-Partei, die lange versucht hatte, mehr Einfluss auf die nationale Politik zu nehmen, war seine Ernennung ein großer Coup.

Als Verteidigungsminister war Guttenberg hauptsächlich für die Formulierung der deutschen Sicherheits- und Verteidigungspolitik verantwortlich. Als entschiedener Befürworter höherer Militärausgaben war er maßgeblich an den Verhandlungen mit den NATO-Verbündeten über Verteidigungsfragen beteiligt. Gemeinsam mit Bundeskanzlerin Merkel entwickelte er die deutsche Afghanistan-Politik, wohin deutsche Truppen seit 2002 entsandt wurden.

Dennoch war Guttenbergs Zeit als Verteidigungsminister umstritten. Er musste 2011 in den Ruhestand gehen, nachdem ihm vorgeworfen wurde, er habe Elemente seiner Doktorarbeit kopiert. Die Kontroverse führte zu heftiger Kritik und beschmutzte seinen Ruf im In- und Ausland.

Guttenberg war auch nach diesem Verlust politisch aktiv. Er hat seine Kontakte zu europäischen Politikern aufrechterhalten und weiterhin Bücher und Artikel zum Verfassungsrecht verfasst. Sein Werk „Verfassung und Verfassungsvertrag“ über den Zusammenhang zwischen Verfassung und Vertragsrecht wurde 2015 veröffentlicht.